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TIPP | HUNDE IM SCHNEE, PERFEKT INS BILD GESETZT

Bruno Birkhofer News

TIPP | HUNDE IM SCHNEE, PERFEKT INS BILD GESETZT

Zauberhafte Winterlandschaften bieten vielfältige Motive. Fröhlich im Schnee herumtobende Hunde auch. Für Hobby-Fotografen ist jedes für sich eine Herausforderung.
Was Hundebesitzer beim Fotografieren im Schnee unbedingt beachten sollten.

Winterurlaub. Schneebedeckte Landschaften vor verzuckerten Bergen. Action in freier Natur. Ob über weiss glitzernde Hänge, in vorgespurten Loipen, über eisige Rodelbahnen oder auf leise knisternden Wanderwegen: Die zauberhaften Winterlandschaften laden Sportler wie Erholungssuchende geradezu ein, den Fotoapparat zu zücken und einfach mal drauf los zu schiessen. Doch Fotos im Schnee fordern nicht nur Hobby-Fotografen, sondern auch Experten heraus. Ein sonniger Himmel, eiskalte Luft und klare Sicht erfreuen zwar alle Winterurlauber, sind aber nicht immer die beste Voraussetzung, Erinnerungsfotos ins richtige Licht zu setzen. Und nicht jeder Hund lässt sich von seiner Begeisterung über die weisse Pracht dazu überreden, vor der Kamera brav stillzusitzen. Für Hunde- und Fotoliebhaber verrät unser Fotograf, Bruno Birkhofer, mit welchen Mitteln er den Winterzauber in perfekten Bildern verewigt.

Das Wichtigste zuerst
Bei Schnee und sonnigem Wetter herrschen andere Lichtverhältnisse. Daher verfügen viele Kompaktkameras über ein Motivprogramm für den Winter, das die Belichtung automatisch regelt. Wer eine Spiegelreflexkamera besitzt, weiss vermutlich schon, dass die Belichtung korrigiert werden muss. Je nachdem, wie stark der Schnee das Licht reflektiert, muss der entsprechende Wert um eine oder zwei Blenden erhöht werden. „Für die Belichtung suchen Fotokameras immer einen mittleren Grauton“, erklärt Birkhofer, „wer also ohne Korrektur in den Schnee hinein fotografiert, erhält daher Fotos, auf denen das Weiss seine Pracht verliert“. Wer zu dunkle Motive vor hellem Hintergrund aufhellen will, könne alternativ natürlich auch die Blitzfunktion aktivieren, meint er. Das verhindere, dass der Hund bei zu starkem Kontrast im Schnee dunkler abgelichtet wird als er in Wirklichkeit ist. Bei stark bewölktem Himmel hilft der Blitz auch, doch wenn Frau Holle ihre Betten mit aller Kraft ausschüttelt, gibt es ein anderes Problem: Bei Schneegestöber wirbeln die Eiskristalle direkt vor die Kamera – und „verzieren“ jedes noch so schöne Motiv mit leuchtend weissen Pünktchen.

 

Bewegung im Spiel
Wer das fröhliche Getümmel seiner vierbeinigen Freunde im Schnee auf schönen Bildern verewigen will, sollte auch auf die Verschlusszeit achten. Sie gibt in Sekundenbruchteilen an, wie lange das Licht auf den Sensor fällt und ist in Belichtungsstufen unterteilt. „Bei Bildmotiven, die sich bewegen, sollte die Verschlusszeit kurz sei“, sagt unser Fotograf, „damit es keine verschwommenen Bilder gibt“. Soll beim tierischen Spielvergnügen der Moment der Action „eingefroren“ werden, empfiehlt sich eine Verschlusszeit von 1/800stel oder sogar 1/1000stel Sekunden. Damit der Hund gut zur Geltung kommt und das Motiv nicht langweilig wird, rät Birkhofer ausserdem dazu, einmal die „Froschperspektive“ einzunehmen. „Wichtig für gelungene Hundefotos ist, sich auch mal auf den Boden zu legen oder in die Knie zu gehen“, empfiehlt er, dann habe man eine ganz andere Perspektive. Denn „Fotos auf Augenhöhe des Hundes wirken imposanter und heben seine Vorzüge viel besser heraus“. Spannend sei es auch, wenn das Tier auf einen zu laufe. „Dann kommt eine ganz andere Dynamik ins Bild.“

 

Schöne Motive, gut inszeniert
Aus dem Bild herausrennen sollten unsere vierbeinigen Freunde dennoch nicht. „Damit dies nicht passiert, ist es ratsam, dort, wo sie hinrennen, ein bisschen Platz zu lassen.“ Die Offenheit im Bild erzählt die Geschichte der auf dem Foto eingefangenen Action und lädt Betrachter zum Assoziieren ein. Motive, die nicht direkt in der Bildmitte liegen, dienen übrigens demselben Zweck. Doch auch das Gegenteil ist einen Versuch wert. „Wer ganz nah an sein Motiv herangeht, erhält ein schönes, bildfüllendes Hundefoto.“ Ob im Schnee, bei Sonne oder Regen: Für alle Fotovorhaben gilt es, auf den Hintergrund zu achten. Er sollte nicht zu unruhig sein, und auch ablenkende Gegenstände wie etwa Strassenlaternen passen nicht unbedingt zu romantischen Winterlandschaften. Schön sei es, wenn der Hintergrund von Hundebildern leicht verschwommen sei, meint Birkhofer. Bei vielen Kompaktkameras lässt sich das einstellen, und wer dies selbst bewerkstelligen will, nimmt eine niedrigere Blendenzahl oder zoomt möglichst nahe an sein Motiv heran. Wenn die Wintersonne den Schnee gerade zum Glitzern bringt, sind auch Gegenlichtaufnahmen schön. Dabei muss man auf den Kontrast achten. „Bei einem schwarzen Hund im Schnee wird es schwierig“, meint er, „weil entweder der Hund oder der Schnee dann ihre Zeichnung verlieren.“ Dann müsse man sich entscheiden, wer von beiden den Vorzug erhält. Im Fokus bleibt sicher der Hund.

Weitere tierisch gute Tipps

  • Auf das richtige Licht setzen: Morgens und gegen Abend ist besser als mitten am Tag.
  • Für Gegenlichtaufnahmen lohnt es sich, früh aufzustehen. Kurz nach Sonnenaufgang, aber auch vor dem Sonnenuntergang, werden sie am schönsten.
  • Motive am besten mit nur einem Fokuspunkt nehmen. Wie viele Fokuspunkte man braucht, lässt sich an den meisten Kameras einstellen.
  • Hundeportraits im Sitzen oder Liegen gelingen am besten, wenn der Hund sich ausgetobt hat. Zur Not hilft natürlich auch das Leckerli.
  • Für Action-Fotos mit viel Bewegung wenn möglich die Serienbild-Funktion nutzen. Dann sind die schönsten Momente sicher im Kasten – was bleibt, ist allerdings die Qual der Wahl.
  • Bei Eiseskälte geben Batterien schneller auf. Nehmen Sie daher genügend Akkus mit.
  • Mit kalten Händen lässt sich schlecht auf den Auslöser drücken. Ziehen Sie sich also warm an.
  • Vor dem spontanen Rückzug in die Wärme sollten Sie die Kamera vor dem Kondensieren schützen. Stecken Sie sie in einen Plastikbeutel, den Sie möglichst luftdicht verschliessen und erst nach einiger Zeit in der Wärme wieder öffnen.
  • Nehmen Sie sich ganz viel Zeit, denn Hunde nehmen das Foto-Shooting nicht ganz so wichtig.

 

Viel Spass!
Bruno Birkhofer